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Gesprächsforum

Neumärkische Stadtentwicklung am Beispiel von Lippehne / Lipiany - einer ehemaligen Ackerbürgerstadt
(Kurzfassung)


Referent:
Ingrid Schellhaas

Der mit Dias aus der alten Stadt Lippehne im früheren ostbrandenburgischen Kreis Soldin/Neu­­mark und aktuellen Aufnahmen aus dem heutigen  Lipiany aufgelockerte Vortrag verfolgte die Ortsgeschichte von der Gründung einer Slawenburg bis in die Neuzeit. Dabei wurde deutlich, wie sich die Struktur einer Ackerbürgerstadt durch wirtschaftliche und historische Ereignisse im Lauf der Jahrhunderte darstellte. Was ist eine Ackerbürgerstadt? In einer solchen Stadtstruktur sind Bewohner Bürger der Stadt, erarbeiten aber ihren Lebensunterhalt durch außerhalb der Stadtmauern gelegene landwirtschaftlich genutzte Flächen, deren Erträge sie in der Stadt und in umliegenden Ortschaften vertreiben.
Das kleine Städtchen erhielt seinen Namen nach seinen zahlreichen Lindenbäumen, das slawische Wort für Linde ‚lipa‘ gab den Ausschlag.
Lippehne war mehr als 100 Jahre lang eine Garnisonstadt mit der Unterbringung der Soldaten nicht nur in der Kaserne, sondern auch bei den Bürgern.- Kriegerische Ereignisse, die zeitweilige Besetzung durch russische Truppen im 18. Jahrhundert, wiederhol­ter Durchzug der napoleonischen Truppen, Großbrände durch Blitzeinschlag oder gar Brand­stiftungen sowie andere Katastrophen störten das friedliche Leben in der Stadt.
Es hat jüdisches Leben in Lippehne mit wechselnden Umständen gegeben. Ein sehr bekannt gewordener Bürger der Stadt war Moses Moser, ein langjähriger Freund Heinrich Heines.
Die Hörer des Vortrags erfuhren von zahlreichen Elementen des soziokulturellen Lebens in Lippehne, darunter manchem Kuriosen aus dem Wirken der Stadt und den vielfältigen Aktivitäten der Vereine.
Den Abschluss des Vortrags bildete die Darstellung des heutigen Lipiany, das keine Ackerbürgerstadt mehr ist, sondern sich zu einer lebendigen Kommune mit Klein– und Mittelbetrieben des gewerblichen und industriellen Sektors entwickelt hat.

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